Stufe III (WS 06/07 - WS 08/09)/1

Well…come 21 - Realität und Bewusstsein im
21. Jahrhundert

Fragestellung:
Führen naturwissenschaftliche Phänomene zur Form, wenn man ihnen folgt?

Führt Form zu naturwissenschaftlichen Phänomenen?

Wie muss ein Ding, ein Raum, ein Medium oder die Kommunikation beschaffen sein, - virtuell als auch physisch, - damit sie die Vielschichtigkeit und Komplexität der Gegenwart auf der Höhe des heutigen Wissensstandes widerspiegelt?

Eine fundierte Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Modellen, Arbeitsweisen und Ergebnissen von Seiten der Kunst ist daher notwendig. Hierin sehen wir ein erweitertes Aufgabengebiet für die Kunst. Doch damit nicht genug. Aus der besonderen Ausgangssituation von Kunst, der exponierten Bedeutung von Wissenschaft für die Gesellschaft und den Problemen für den Erkenntnisfortschritt durch enge Spezialistengrenzen, ergibt sich für die Kunst auch eine gewisse Verantwortlichkeit ihre Möglichkeiten zielgerichtet einzusetzen.
Die Kunst nahm sich - und bekam - von der Gesellschaft die Freiheit sich von allen Konventionen, Disziplinschranken und Erwartungen der Zeit zu befreien. Dieser Ansatz und die strikte räumlichen Trennung von Wissenschaft und Kunst eröffnet uns heute ein besonders nützliches Potential. Die Kunst kann sich als Außenstehende der Wissenschaft nähern und ist frei von der hohen interdisziplinären Trennung innerhalb der Wissenschaften. Die Kunst ist daher prädestiniert an Transferleistungen zu arbeiten und einen Rahmen zu schaffen, der eine offene Kommunikation ermöglicht, - zwischen der Wissenschaft mit sich, der Kunst und der Öffentlichkeit. Künstler können Fragen stellen, die keiner Konvention entsprechen. Sie können den Weg frei machen für neue Sichtweisen, können vielleicht sogar neue Antworten anregen.
Aus der unterschiedlichen Herangehensweise an die Beschreibung der Wirklichkeit erwächst für Wissenschaft und Kunst eine Chance, die zu nutzen gilt. Wir sehen dies auch als Antwort auf die heute wieder aktuellen Frage nach der gesellschaftlichen Aufgabe von Kunst und inwieweit diese noch kompetent ist Gegenwart zu beschreiben.

Symbole sind eine Brücke zwischen Kunst und Wissenschaft. Die Menschen werden die „symbolic species“ genannt, und die Erforschung dieses anthropologischen Merkmals beschäftigt Forscher in den Natur- und Kulturwissenschaften - in solch verschiedenartigen Disziplinen wie Neurologie und Kunsttheorie. Die Wirklichkeit des Symbols lässt sich auf lange Sicht nur interdisziplinär verstehen.
Ausgehend von Projektergebnissen soll die Wirklichkeit beleuchtet werden, dass eine Vielzahl unserer archaischen Symbole der Formsprache der Resonanz entspringen. Die Resonanz-Muster dahingehend zu untersuchen ist professionell nur gemeinsam mit der Naturwissenschaft möglich.

Stand des Projektes

Das Projekt hat sich in den vier Jahren eine theoretisch, wie praktische Basis geschaffen und damit eine Reihe nationaler wie internationaler Kontakte gewonnen. Aus diesem Fundus könnte nun geschöpft werden. Neben prominenten Wissenschaftlern bieten sich auch neue Möglichkeiten der künstlerischen Forschung.
Um die Bilder der Resonanz zielgerichtet zu untersuchen wäre es letztlich nötig hochauflösend auf die mikroskopische Ebene zu gehen und zwar flächendeckend und im Millisekundentakt. Digitale Bilderfluten. hat das I.N.I. angeboten einen Zugriff auf eine EEG-Datenbank zu ermöglichen, um so ggf. die Grundlage für einen gemeinsamen Forschungsantrag zu schaffen

Die Unterstützung durch die Naturwissenschaft bietet einen enormen Wert, der sich schwer beziffern lässt, doch die erfolgte Überlassung der 30.000.- € Kliniktechnik vor 1,5 Jahren macht die Größenordnung deutlich.

Seit 2001 beschäftigt sich Martin Schöne als Projektleiter und Initiator des Forschungsprojekts mit der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft.
Es bestehen Kontakte & Erfahrung mit interdisziplinärer Zusammenarbeit und eine gute Einschätzung der Schwachpunkte bisheriger Ansätze. Das Projekt hat insbesondere mit dem „Brain-Avatar“ und den „Brain-Sounds“ einiges Interesse in Kunst und Wissenschaft ausgelöst.

Das Patentverfahren für diese Erfindungen aus der Kunst heraus, hat die Machbarkeit einer praktischen Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft belegt. Aufgrund diverser Projektpräsentationen im In- und Ausland haben sich eine Reihe von hochrangigen Kontakten in die Naturwissenschaft, Medizin und Psychologie ergeben. Zum Beispiel zum Club of Budapest.

Auf diesen Grundlagen aufbauend taucht nun am Horizont eine Plattform von Kunst und Wissenschaft auf. Mit diesem Gedanke wird das Projekt in Kontakt treten mit anderen Hochschulen und Institutionen aus Kunst und Wissenschaft, um ein überregionales Kompetenz-Netzwerk aufzubauen. Das `Resonance Lab` eignet sich als Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft, von Theorie und Praxis, von Kunst und Medien sowie Realität und Bewusstsein gleichermaßen.

Stufe III (WS 06/07 - WS 08/09)/2


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