Forschung im 21. Jahrhundert




»Jede Phase der westlichen Zivilisation hat ihre eigene Perspektive.«
Erwin Panofsky
… eine bestimmte ›Symbolische Form‹
(Ernst Cassirer)
Die Wissenschaft hat die Bildhoheit über das Reale und der Kunst wird die Kompetenz im Bereich des abstrakten Bildes zugerechnet. Wenn nun diese Trennung der Bilderwelten sich als Sackgasse für die Bildfragen insgesamt erweist, haben nur die Hoheiten gemeinsam die Kraft, eine Auflösung zu erzielen.
Die Vorstellung von der Wissenschaft als ausreichendes Instrument zur Klärung, zur Erkenntnis der Wirklichkeit, hat besonders in der westlichen Welt eine lange Tradition in der geistigen Kultur. Gerade das 20. Jahrhundert zeigt uns jedoch, dass diese Vorstellung lediglich ein uns heiliger Glauben ist, der rational in keinster Weise zu unterlegen ist. Die wissenschaftlichen Annahmen und Modelle, die aus dem Spezialistentum hervorgingen, mussten alle 10 - 20 Jahre als falsch verabschiedet werden, was jedoch häufig die Schulbücher erst 50 Jahre später erreicht. Thomas Görnitz sagte so schön: »Wer das Bohrsche Atommodell lernen musste, hat keine Chance mehr, auch nur das Geringste zu verstehen.«
Die Wissenschaft als Garant für ›Wahrheit‹ und ›Realitätsdarstellung‹ ist ein Ersatzglaube, der Götze der Moderne, in Ermangelung vergangener Orientierungspunkte wie König und Vaterland, Familie, Religion, patriarchaler Strukturen etc, bzw. überhaupt einer festgefügten Metaebene.
›Freiheit‹ kann dieses Vakuum übrigens keinesfalls füllen, da es keinerlei Verbindlichkeit besitzt und keine Zusammenhänge schafft, vielmehr als Leerformel dient, eine Illusion in dem Sinne ist, dass man z.B. die ›Freiheit‹ zur Berufswahl hat. Die Ausbildung ist jedoch schon eine erhebliche Einengung einer Freiheit, die bei der Ausübung endet, da man dann vom Erfolg, vom Geld, seinem Ehrgeiz und von der Anerkennung abhängt. Soweit zu den einschränkenden Bedingungen von Freiheit. Der Kunst jedoch wird ein großer Freiheitsgrad zugebilligt und daher kann die künstlerische Forschung Zusammenhänge aufzeigen, Integrale bilden, komplex visualisieren, — und als fühlender Prozess voran gehen.
Über diesen Beitrag
Sie lesen gerade
“Forschung im 21. Jahrhundert,”
ein Beitrag auf well…come 21
- Veröffentlicht:
- 1:30 PM / 1:30 PM
- Kategorie:
- Forschung/Wissenschaft&Kunst
