“Eine besondere Methode zur Messung von Gehirnwellen” von Dr. Günter Haffelder

Fotos des Zusammentreffen I

(Protokoll des frei gehaltenen Vortrages)

Sehr geehrte Damen und Herren, ich möchte Sie zunächst mit dem Gehirn vertraut machen und zwar mit der Ansicht, wie wir mit dem Gehirn arbeiten. Es gibt verschiedene Gehirnmodelle, z.B. das Landkartenmodell, wo man ganz bestimmte Strukturenim Gehirn sieht. Wir arbeiten hauptsächlich nach dem Hemisphären-Modell. Durch die Kombination von Physik und Psychologie ist das an sich gegeben. Ich möchte ihnen dieses vorstellen.
Das Hemisphären-Modell zeigt das Gehirn mit seinen zwei Hauptrichtungen und zwar diese zwei Hauptteile des Gehirns, die linke und die rechte Hemisphäre. Wohlgemerkt, ich spreche heute nur vom Rechtshändern, bei Linkshändern sieht das meistens anders aus. Wie Sie sehen, ist das Hemisphären-Modell dadurch gekennzeichnet, dass die linke Hemisphäre Zugang zum Bewusstsein hat, während die rechte Hemisphäre das Unterbewusstsein abdeckt. D.h., die rechte Hemisphäre hat keinen direkten Zugang zum Bewusstsein. Die linke Hemisphäre ist die Hemisphäre, die seriell arbeitet, d.h., sie arbeitet verbal, rational, analytisch, zeitorientiert, linear und logisch.
Während die rechte Hemisphäre ganzheitlich, bildhaft, kreativ, intuitiv, musisch, zeitlos, räumlich, emotional und körperorientiert arbeitet. Es gibt Menschen, die sind mehr linkshirnorientiert, und Menschen, die sind mehr rechtshirnorientiert. Leider ist die Ausbildung an den Schulen, an den Universitäten in der Regel meist für linkshirndominierte ausgeführt, und in dem Rahmen, in dem wir uns hier bewegen, wird versucht, eben auch die rechte Hemisphäre anzusprechen und es mit der linken zu koppeln.
Das Gehirn koppelt es durch das Corpus Gallosum, durch eine Art Brücke, die diese beiden Hemisphären vernetzt, und da fängt es schon an, wenn z.B. Eltern mit ihren Kindern sehr ehrgeizig sind, die Kinder sehr schnell versuchen laufen zu lernen, d.h., die Kinder krabbeln nicht, dann werden die Hemisphären zu wenig vernetzt, denn das Corpus Gallosum wird in der Krabbelphase vernetzt. Das ist etwas sehr Wichtiges, denn unser Hauptgebiet am Institut ist, dass wir an der Lernforschung forschen.

Uns werden sehr viele Kinder vorgestellt, wo genau diese Problematik immer wieder auftritt, dass eben diese beiden Hemisphären zu wenig vernetzt sind. Sie können ganz bestimmte Inhalte einfach nicht austauschen. Das Gehirn besteht aber nicht nur aus diesen beiden Hemisphären, sondern wir unterscheiden es auch nach ganz bestimmten Frequenzparametern. Beta, die Betafrequenz, die von ungefähr 14 bis 30, 32 Hertz geht, steht für logisches Denken, für aktive Aufmerksamkeit, für starke Konzentration, aber auch für Aggression, Stress und Frustration. Das liegt dann bei ungefähr 26 Hertz. Ich möchte jetzt nicht über Aktionspotentiale usw. reden, sondern ich möchte Ihnen ganz kurz die Zusammenhänge des Gehirns aufzeigen. Ein sehr wichtiger Frequenzbereich des Gehirns ist der Alpha, von dem hat jeder schon gehört und jeder redet mehr oder weniger davon, dass man im Alpha sein müsste, um ganz bestimmte Dinge zu erleben, zu begreifen, was z.T. auch stimmt, aber eben auch doch nicht immer. Alpha steht für entspannte Konzentration, für ruhiges, gelassenes Denken und das ist jetzt das wichtige, Alpha ist die Brücke zwischen Unterbewusstsein und Bewusstsein. D.h., wenn Sie kein Alpha erzeugen können, kann das Gehirn noch so toll vernetzt sein, Sie haben keinen Austausch an Informationen. Und da kommen wir schon zu einem ganz wichtigen Faktor; wir können sehr tief ins Unterbewusstsein gehen, allerdings, wenn wir die Augenoffen haben, tritt eine sogenannte Alpha-Blockadeauf, und es wird einfach abgebremst. Wir könnten sonst nicht überleben, wir würden teilweise in andere Realitäten abtauchen, und so hat es die Natur ganz einfach eingerichtet, dass in dem Moment, in dem wir die Augen öffnen, eine sogenannte Alpha-Blockade eintritt, und nur ganz geringe Teile des Alphas kommen in das Bewusstsein.
Die nächste sehr wichtige Frequenz ist Theta. Theta steht für ruhigen Zustand, für Schlaf, für Inspiration, für Traum, für Visualisieren, für Tagträumen, für Phantasieren. Allerdings — das hat sich im Laufe unserer Forschung herausgestellt, es ist auch das Gefäß für unterdrückte Kreativität und Inspiration. z.B. wenn Sie kurz Ihre Augen zumachen und sich vorstellen, wie es bei Ihnen Zuhause aussieht, Sie sehen das Bild genau vor sich, räumlich, dann schwingen Sie in dem Moment im Theta. Wenn es nicht geht, haben Sie im Moment eine Theta-Blockade, aber heute Nacht im Schlaf können Sie das bestimmt wieder ausgleichen. Das ist Theta und jetzt kommt Delta.
Delta ist die Frequenz, die von ungefähr 1,5 bis 4 Hertz geht. Delta steht für traumlosen, für tiefen Schlaf, auch für Trance und für Hypnose. Für das Unterbewusstsein, und das ist jetzt etwas sehr wichtiges, im Delta bildet sich der ganz persönliche Radar aus, der im Unbewusstsein Meldungen empfängt und sendet, also Ihr Instinkt, Ihr sogenannter 6. Sinn. Den können wir im Delta nachweisen.

Was heißt das? Dass unser Gehirn in diesen ganz wichtigen Phasen, ganz wichtigen Schichten, sich nach Oktaven gesetzt verhält. Denn Sie sehen, das ist immer die Verdopplung der Frequenz und das bedeutet im musikalischen Sinne: das ist eine Oktave. Solche Dinge können wir feststellen. Um es Ihnen nochmal ein bisschen klarer zu machen, links sehen Sie die serielle Aufteilung, das ist die linke Hemisphäre und rechts, die parallele, die ganzheitliche. Hier nehmen wir ganzheitlich wahr. Sie müssen sich einfach vorstellen, alles was wir wahrnehmen, nehmen wir parallel wahr. Wir haben die Zäpfchen in den Augen, in den Ohren die Härchen, wir nehmen also Töne parallel wahr, wir tasten, aber wiedergeben können wir nur seriell. Und dieser ganze Transformationsprozess, der muss ständig in unserem Gehirn vollbracht werden. Gefiltert wird das Ganze über das Corpus Gallosum, es sind ganz bestimmte Filtermöglichkeiten da, denn die rechte Hemisphäre geht sehr tief ins Unbewusste, es geht teilweise in den tierischen Bereich. Also wenn jemand Ihnen was Böses tut, Sie sind gerade in Wut und wollen dem was tun, das ist der tierische Anteil Ihrer rechten Hemisphäre.
Aber Sie haben ja gelernt, das tut man nicht, hier treten die Filter ein und dann tun Sie dem nichts, dann hauen Sie dem keine runter, sondern Sie gebrauchen vielleicht nur irgendwelche Worte. Auch die Strafbehörden haben das z.B. berücksichtigt, weil wenn jemand im Affekt jemanden totschlägt, wird er weniger bestraft, als wenn er es plant. Die linke Seite ist wirklich der Buchhalter, der eins nach dem anderen abarbeitet. Und das ist für Eltern, für Lehrer usw. sehr wichtig, auch für Partner. Es gibt Kinder, die sind mehr linkshirndominant und Kinder oder Erwachsene, die sind mehr rechtshirndominant. Die Rechtshirndominanten erkennt man eher an der chaotischen Umgebung in der sie leben, während die Linksdominanten an der Struktur, wo man wirklich nichts daran verletzen darf, sonst gibt es Ärger. Vielleicht kennen Sie solche Personen. Wenn Sie aber jetzt einen z.B. Linkshirndominanten rügen müssen, z.B. ein Kind, und Sie sagen, was du hier gemacht hast, ist falsch, dann bricht für dieses Kind in diesem Moment seine ganze Welt zusammen.

Das ist etwas sehr Wichtiges. Wenn wir zu dem Rechtshirndominanten sagen, du, was du hier gemacht hast, ist falsch, dann sagt er ja, aber der Rest ist schon richtig. Das sind sehr wichtige Dinge, die wir im Grunde nie wissen oder die z.B. Lehrer, Vorgesetzte nicht wissen, dass es einen Riesenunterschied macht, wen sie vor sich haben. Dann ist noch etwas sehr wichtig: wenn wir auf die Welt kommen, sind wir im Grunde rechtshirnig, parallel. D.h., wir schreien, wenn wir Hunger haben, wir machen in die Windeln, wenn es uns gerade passt, und mit der Zeit lehren uns die Eltern und die Umgebung, dass man das nicht zu machen hat, sondern man muss aufs Töpfchen gehen, Essen gibt es nur zu ganz bestimmten Zeiten.

Die linke Hemisphäre, diese Struktur, die wird uns von der Gesellschaft beigebracht, in die wir hineingeboren werden. D.h., dass unsere linke Hemisphäre an sich die sozialeHemisphäre ist. Die wird ansozialisiert, die bringen wir nicht mit. Die rechte Hemisphäre, die bringen wir mit und wichtig ist, dass wir mit der Zeit lernen diese beiden Hemisphären zu vernetzen und zu verbinden. So viel über die Wirkung des Gehirns und ihre Funktion.

Ich möchte Ihnen jetzt das Verfahren vorstellen, mit dem wir das Gehirn messen. Ich lasse sehr viel Theorie weg und will Ihnen ein bisschen zeigen, wie es funktioniert. Das ist z.B. so eine 2-Punkt-Ableitung von Gehirnschwingungen und die Aufgabe ist von einem Arzt, herauszufinden, welche Frequenzen vorhanden sind usw. So fing es auch bei uns an und wir haben versucht herauszufinden: Wie zeigen sich überhaupt Lernstörungen? Und ich kann Ihnen beim besten Willen sagen, wir haben es nicht geschafft, hier irgendeine Aussage zu machen. Ja, wir haben in einer ganz normalen medizinischen Ableitung, nach dem 10-20er System gearbeitet. Vor allen Dingen mussten wir das ganze System des Messens prüfen, wir mussten Parameter finden, die reproduzierbar waren. Und was blieb uns anderes übrig, als Fragenkataloge aufzustellen. Ich komme aus der Psychologie und da liegt es sehr nahe, dass man bestimmte Fragen stellt. Und jedes Mal, wenn wir gefragt haben, hatten wir so genannte Artefakte, d.h. Muskelentladungen durch das Sprechen, und die ganzen Messungen waren kaputt, bzw. sie waren nicht brauchbar. Und so fingen wir an am Schädel nach ganz neuen Ableitpunkten zu suchen und haben auch welche gefunden, die fast artefakt-frei funktionieren, und zwar sind die am Mastoiden, das ist dieser kleine Knubbel hinter dem Ohr, ein bisschen höher. Dort leiten wir ab nach frontal oder auch okzipital, um ganz bestimmte Parameter aufzunehmen. Wir mussten danach Tests entwickeln, d.h., wir haben bestimmte Fragenkataloge erstellt und haben gelernt, dass bestimmte Reaktionsmuster eventuell sichtbar werden. Wir haben jetzt keine Artefakte, allerdings aus diesen Schwingungen konnten wir relativ wenig sagen. Bei diesem Verfahren gibt es einen gravierenden Fehler, denn was sie hier sehen (normale EEG-Ableitung), entspricht nie der Wirklichkeit, sondern das sind Summen von verschiedenen Schwingungen. D.h., wenn ich hier also einen Alpha sehe, ist das noch lange kein Alpha. Wenn ich hier einen Alpha sehe von vielleicht 10 Hertz, dann kann das eine Frequenz sein von 6 Hertz und 4 Hertz, ergibt auch 10 Hertz. Das kann ich hier nicht differenzieren. Und so arbeitet heute noch im normalen EEG die Medizin. Sie kann natürlich Felder feststellen, Epilepsien usw., aber zu mehr taugt im Moment das EEG, so wie es angewandt wird, nicht.
Als Physiker sind wir dann dazu übergegangen die Fourier-Transformation anzuwenden. D.h., Fourier, der so um 1800 gelebt hat, hat ein mathematisches Verfahren entwickelt, mit dem es möglich ist, diese Schwingungen in ihre Bestandteile zu zerlegen. D.h., man nimmt ein Zeitfenster, dieses Zeitfenster wird berechnet, was taucht da überhaupt an Schwingungen auf und wie oft. D.h., Sie können diese Schwingungen sehr präzise und sehr genau darstellen und es heißt, wenn ich jetzt eine Frage stelle, z.B. 5 x 7, dann kann ich sehen, wie die Reaktion in diesem Spektrogramm ist. Und wir haben dann sehr viele Messungen gemacht.
Wir haben tausende von Kindern gemessen, wir haben es hauptsächlich mit Kindern gemacht, die Lernstörungen hatten, und tausende von Kindern, die keine Lernstörungen hatten, und wir haben festgestellt, dass Kinder mit speziellen Lernstörungen auch ganz spezielle Muster zeigten. z.B., dass sie ganz bestimmte Frequenzen nicht erzeugen konnten. Während bei anderen, die diese Probleme nicht hatten, waren diese Frequenzen beim Lösen einer bestimmten Aufgabe vorhanden. Wir haben also einfach diese Darstellung aufgeklappt und dann in der Zeit angeordnet und so können wir jetzt sehr genau sehen, was passiert bei 4 Minuten, 0 Sekunden bei dieser und dieserFrage. Was sagt da das Gehirn oder was sagt da diese Schwingung.
Es kam jetzt noch etwas verstärkt hinzu; wir haben neue Punkte am Gehirn gemessen, d.h. also hier am Mastoiden und die haben überhaupt nicht übereingestimmt mit dem, was wir von der Großhirnrinde kannten, so wie die Medizin es misst, denn wir hatten hauptsächlich Delta- und Theta-Ereignisse und das bedeutet in der modernen Medizin, wenn im normal EEG Delta und Theta auftritt, ist das ein pathologischer Befund. Denn wer hat schon im Wachzustand einen Schlafrhythmus. Das geht einfach nicht. D.h., anfangs dachten wir das auch, das ist pathologisch, aber das waren einfach dann zu viele. Und so mussten wir dann wieder Messteams losschicken, wir haben dann also wieder tausende von Menschen gemessen, ganz bestimmte Berufsgruppen.

Es war sehr empirisch, was wir gemacht haben — und haben festgestellt, dass hier Berufsgruppen ganz bestimmte Ableitungsmuster hatten. Wir haben das über Jahre getestet, bis wir herausgefunden haben, dass diese Ableitungen des limbischen Systems sind. Da muss man wissen, dass das limbische System den Gefühlsbereich in uns abdeckt. Alles, was wir wahrnehmen, wird über die Großhirnrinde an bestimmte Rindenfelder verteilt und wird dann wie zur Kontrolle an das limbische System geleitet und dort bewertet.
D.h., wir messen hier im Grunde genommen die Bewertungsmuster aus unserer Umwelt und von den Fragen, die wir stellten, z.B. herausgefunden haben. Wir haben das dann verglichen mit anderen bildgebenden Verfahren in der Medizin. Und heute wissen wir z.B., dass das hier eine Dopamin-Ausschüttung ist und nebendran eine Serotonin-Ausschüttung. Also so weit sind wir heute.
Wir haben ein System entwickelt, mit dem es möglich ist, diese Lernblockaden bzw. diese Lernstörungen auf musikalischem Wege zu beheben. Aber etwas sehr Interessantes hat sich gezeigt bei diesen Messungen, jetzt im Delta- und Thetabereich. Wir haben uns gewundert, dass so viele auftraten, vor allem, wenn es sich um Personengruppen gehandelt hatte, dass dort oft Übereinstimmungen stattgefunden haben. Und so haben wir Gruppenuntersuchungen gemacht und haben festgestellt, wenn z.B. ein Arzt und ein Patient sich gut verstehen oder ein Lehrer und Schüler, entsteht im Delta bei beiden ein ähnliches Muster. Das ist also ein Muster der kommunikativen Bereitschaft oder des Sich-Verstehens. Wir sind dann noch einen Schritt weitergegangen und habenVerliebte gemessen. Und das sieht aus wie eine Spirale. Wir könnten mal jemanden von Ihnen messen und überlegen, ist er verliebt oder nicht, aber ich übernehme keine Garantie. Es ist wirklich möglich, wenn zwei Menschen sich verstehen, entsteht so eine Spirale.
Wir hatten dann einen Auftrag einer Fluggesellschaft, die haben sich Sorgen gemacht, wenn ein Flugzeug abstürzte, dann gibt es eine Folge von Flugzeugabstürzen. An was kann das liegen? Dann haben wir Untersuchungen gemacht mit Piloten und rausgefunden, dass die alle ein gleiches berufsspezifisches Muster haben. Und das hat sich einfach dadurch ergeben, dass sie alle durch den gleichen Lernprozess gegangen sind, die gleichen Listen hatten. D.h., wenn jetzt ein neues Parameter kam während des Fliegens, hatten sie gar keine Möglichkeit, auszuweichen während des Fliegens, und sie mussten den und den Knopf drücken und haben alle wahrscheinlich den gleichen falschen Knopf gedrückt. D.h., sie waren zu unfrei in ihrer Struktur und das hat dazu geführt, dass heute die ganzen Ausbildungen mehr individueller sind, da kommen sehr viel individuellere Konstanten dazu.

[1]

Ich hab Ihnen vorhin erzählt, dass die linke und die rechte Hemisphäre anders wahrnimmt. Die rechte nimmt parallel wahr, die linke seriell. Ich möchte jetzt mit Ihnen einen Versuch machen, Ihnen zeigen, was sie rechtshemisphärisch spüren, aber noch lange nicht wahrnehmen, was dort wirklich ist, und dann werde ich es dekodieren.
Wie Sie sehen, ist es Margret Thatcher auf dem Kopf stehend. Wenn Sie es lange genug angucken, dann merken Sie, dass mit dem Bild irgendwo etwas nicht stimmt. Und Sie spüren irgendwo einen Druck in der Magengegend. Und jetzt drehe ich es um. (Augen waren verkehrt herum im Gesicht [1]). Und das passiert ständig bei Ihnen, jetzt wissen Sie es natürlich, jetzt können Sie es einordnen, aber vorher nicht. D.h., Sie haben ein Signal in der rechten Hemisphäre wahrgenommen, haben es nicht dekodieren können und da bleibt irgendwo ein Gefühl zurück, da stimmt was nicht, da klappt was nicht. Das ist etwas, was wir sehr oft feststellen können, dass wir z.B. rechtshemisphärisch etwas sehr genau wahrnehmen, aber ein Transport nach links klappt nicht und dann ist es auch nicht in unserem Bewusstsein. Das Beispiel mit dem Telefon, jemand will jemanden anrufen, in dem Moment läutet es und der andere ist dran, ist jedem vielleicht schon passiert. Wir vermuten, dass es mit solchen Dingen zusammenhängt, dass wir irgendwo spüren, da erreicht uns etwas, können es sogar nachweisen inzwischen, weil rechtshemisphärisch sehen wir Signale, eine Reaktion, während linkshemisphärisch noch nichts da ist.

Wir haben mit dieser Messmethode, die natürlich sehr sensibel ist, inzwischen sehr interessante Dinge ausarbeiten können. Wie gesagt, wir untersuchen Lernstörungen, aber wir gehen auch in Bereiche vor, wo die Wissenschaft sich auch gesperrt hat weiterzumachen. Wir sind z.B. unvoreingenommen drangegangen und haben einfach gesagt, ich glaube nicht, sondern ich messe. Ich möchte einfach sehen, was kommt da raus. Wir haben unter anderem Felicitas Goodman, vielleicht haben Sie den Namen schon gehört, das ist eine Anthropologin, die sehr lange mit Indianern gelebt hat und sich mit Trance befasst hat, und haben herausgefunden, dass bei dieser Trance nicht die Trance entscheidend ist, sondern die Körperhaltungen in der Trance. Das ist etwas sehr Wichtiges und das ist vielleicht in diesem Rahmen sehr wichtigzu sagen, dass es nicht allein das Bild ist, was ich wahrnehme, sondern, wie stehe ich vor dem Bild.
Das bewirkt wieder in mir ganz bestimmte Ausschüttungen von Endorphinen. Endorphine sind körpereigene Botenstoffe, die uns glücklich machen. Und Dr. Felicitas Goodman ist zu verdanken, dass wir bestimmte Bewegungsmuster inzwischen identifizieren können. Wir können, wenn wir eine bestimmte Haltung einnehmen, z.B. die Hände so vor uns kreuzen und dann jemanden in eine Trance versetzen, dann wird er immer irgendetwas von einem Bären sehen, ob es eine Bärenschnauze ist oder ein behaartes Fell oder ähnliches. Es ist etwas ganz Eigenartiges, dass die Haltung entscheidend ist, was ich sehe. Wenn sich jemanden anders hinstelle, dann sieht er keinen Bären, sondern er sieht eine Schlange. Und sie hat eben entdeckt, dass genau diese Dinge mit diesen Haltungen zusammenhängen.

Wir sind vom Schweizer Staat verpflichtet worden, Lehrerfortbildungen zu machen, damit Lehrer lernen, wie ein Gehirn während des Lernens funktioniert, und da machen wir sehr gerne einen Versuch, dass wir zwei Lehrer bitten, vor die Türe zu gehen, und einen Schüler, der sich freiwillig gemeldet hat, den schließen wir an ein kleines EEG an. Den Lehrern geben wir eine Aufgabe. Dem einen Lehrer sagen wir, wir haben den Jungen schon vorgemessen, der ist hochbegabt, der kann die Aufgabe sehr leicht lösen. Dem anderen Lehrer unterrichten wir, wir haben den Schüler schon vorgemessen, der Schüler ist sonderschulreif, also bitte erwarten Sie nicht sehr viel von ihm. Und in dem Moment, in dem der Lehrer, der denkt, das sei ein Hochbegabter, den Raum betritt, kann der Schüler die Aufgabe wunderbar lösen. Aber was passiert, wenn der Lehrer den Raum betritt, der negativ an den Schüler denkt, dann entsteht so ein Bild im Gehirn des Jungen. Sie sehen im Alpha-Bereich eine sehr hohe Ausschüttung, eine Überausschüttung möchte ich schon fast sagen von Dopamin und bei 27 Hertz — Angst. Der Schüler kann diese Aufgabe nicht mehr lösen, weil er blockiert ist. Wenn hier bei 27 Hertz diese Auschüttung nicht wäre, dann würde der Schüler dasitzen und krampfen, also so in Pfötchenstellung, durch die hoheDopamin-Ausschüttung. So kann z.B. negatives Denken wirken. Das hat dazu geführt, dass viele dieser Lehrer, die wir so damit ausbilden, gesagt haben, ich kann doch nicht mein negativesDenken auf die Schüler übertragen, und teilweise in Therapie gehen, um ihre Gedankenmuster zu verändern. Überlegen Sie, was passiert, wenn Sie negativ denken oder wenn Sie zu Ihrem Partner kommen und negativ denken, dann entsteht bei ihm etwas Ähnliches. Das geht über den Delta-Bereich. Andererseits haben wir herausgefunden, dass z.B. gepulste Delta-Muster dazu führen, bestimmte Übertragungsphänomene zu bewerkstelligen. Wir haben ganze Gruppen losgeschickt, die erlernt haben, in einem ganz bestimmten Rhythmus zu denken, also diesen Rhythmus einzustellen, um sich ein Objekt vorzunehmen, um bestimmte Manipulationen über Entfernungen auszulösen.
Da haben wir eine Person gehabt, die sich in eine Art Tranceversetzen wollte und dort sagte, sie hätte Zugang zu anderen Ebenen und die Messung sah dann folgendermaßen aus. Wie Sie hier sehen, entsteht hier eine Überlagerung einer Frequenz im Beta-Bereich, die, nachdem wir sie ausgerechnet haben, bei eins bis drei Schwingungen pro Sekunde liegt. Und dieses Phänomen haben wir immer wieder festgestellt, wenn bestimmte Leute sagten, sie hätten Zugang zu anderen Ebenen. Inzwischen wissen wir, wenn so etwas oder etwas Ähnliches auftritt, dann kann es sein, dass sie Recht haben. Aber solche Dinge lassen sich natürlich nicht beweisen.

Ich will einige Phänomene zeigen. Da war z.B. jemand, der in sehr starker Meditation war. Normalerweise müssten sie bei dieser hohen Dopamin-Ausschüttung nämlich krampfen, das tun sie aber nicht, sie können es irgendwie transformieren. Normalerweise werden diese Ausschüttungen durch Filter in uns zurückgehalten und viele Menschen versuchen in diese Zustände durch Drogen zu kommen. Aber das hat im Grunde genommen einen sehr negativen Effekt. Das kann ich Ihnen zeigen. In der Schweiz hatten wir mal das Glück, einen zu messen, der eine Droge nahm. Die erste Kontrolle war ein Experiment, das ging auch durch die Ethik-Kommission: hier wird ihm gesagt, er bekommt gleich seine Droge. Man sieht, linkshemisphärisch hat er ein Muster, das es normalerweise im Hirn gar nicht gibt. Während rechts eine ganz normale Ableitung ist. Und hier bekommt er jetzt seine Droge, d.h., jetzt fängt auch rechts dieses eigenartige Muster an, noch versetzt. Also noch nicht synchron. Hier sagt er, jetzt wirkt sie, und das ist das Interessante, dass jetzt die linke Hemisphäre fast unterdrückt ist. Und nur rechtshemisphärisch dieses eigenartige Muster entsteht und hier sagt er: Jetzt bin ich gut drauf. Jetzt ist es links und rechts in diesem eigenartigen Muster, aber wie es unschwer zu erkennen ist, er nimmt die Welt wie durch Gitter, wie durch einen Filter wahr. Was heißt das?
Interessant war, dass dieses Muster schon entstand, als man ihm sagte, du bekommst diese Droge. D.h., der Körper hat sich mittlerweile darauf eingestellt, dass diese Droge dieses Muster erzeugt, nur dieses Muster entspricht überhaupt keinem Endorphin. D.h., er möchte in diesen Zustand kommen, aber dieses Gehirnmusterbewirkt nichts, also wird er süchtig danach, weil der Körper kann es nicht selbst herstellen. In der Phantasie kann er es wohl herstellen, aber die Wirkung bleibt aus.

So haben wir dann eben auch versucht, Sucht zu bekämpfen. In England haben wir ein Experiment gemacht, das war das so genannte Equinox-System. Wo Drogenkranke mit Elektrostimulation ganz bestimmte Muster wieder eingespielt bekamen und es hat sich gezeigt, die haben dann wieder gelernt, ganz normale Endorphinmuster wiederherzustellen — von diesen Patienten ist keiner rückfällig geworden, aber der Aufwand war zu groß.
Wir haben damals pro Person einen Arzt gebraucht. Das ging über ein Jahr, die mussten ganzjährig begleitet werden. Wir haben inzwischen eine andereSchwierigkeit, wir wollten dieses System weitergeben an bestimmte Zentren. Es ist so, dass die Leute uns die Probanden wieder schicken, weil das große Problem ist, dass wir hier wieder an der Grenze dessen sind, wo die Messperson mit eingeht in das Untersuchungsergebnis. D.h., wenn ich eine MTA hinsetze und sie das machen lasse, also eine medizinisch technische Assistentin und die ist schlecht drauf, dann hab ich ein anderes Ergebnis, als wenn sie gut drauf ist. Oder wenn sie denkt, mein Gott, was ist das für ein junger hübscher Mann, dann empfängt er das und die Ergebnisse sind nicht mehr auswertbar. Oder wir haben Untersuchungen gemacht mit Arzneimitteln, mit Homöopatika, und wenn ein Arzt irgendein Mittel entwickelt hat, und er fest davon überzeugt ist, dass es funktioniert und praktiziert es bei seinen Patienten, sehen wir, es funktioniert. Aber wenn wir es nachherdurch einen Roboter machen lassen, sehen wir, dann funktioniert es nicht. D.h., die positive Einstellung des Arztes hat sich auf den Patienten übertragen, die aber nicht im Medikament drin war.

Ein anderes Experiment, ich sag das ganz einfach zum Nachdenken, vielleicht auch zur Diskussion. Wir waren eingeladen zu einem Kongress, wo es um Bachblüten usw. geht und haben eine Messung gemacht und zwar einen so genannten Doppelblindversuch. Wir haben diese Medikamente, es war nichts anderes als informiertes Wasser. Da haben wir Zahlen draufgeschrieben und haben den Versuchsleiter blind was rausnehmen lassen, die Versuchsperson war an den Augen verbunden. Die wussten also beide nicht, was es war, und wir haben das dann vor der Person hin- und herbewegen lassen. So ganz nah am Körper, der hat dann ein bisschen was gespürt, dann ein bisschen weiter weg, sagt der Proband, ach, gerad kommt mir irgend etwas in den Sinn, aus meiner Schulzeit, da musste ich immer an einem See vorbei mit vielen Schwänen. Dann wieder ein bisschen weiter weg, es geht weg, ich spür nichts und immer wieder zu diesen Punkten tauchte dieser See mit Schwänen auf, und das war dann eine sogenannte Schwanen-Essenz. Ich wusste auch nicht, was in dem Fläschchen ist. Das hat man jemanden machen lassen, der das einfach zugeklebt hat und nur Zahlen draufgeschrieben. Denn diese Einwirkung, die kennen wir schon inzwischen, die ist sehr präzise. Gleichzeitig haben wir herausgefunden, in Übereinstimmung mit Professor Hecht, das die Chronobiologie eine unglaublich wichtige Komponente ist. Wenn Sie überlegen, in der Normalmedizin machen sie heute Blut, morgen Urin, usw., und es wird auf die ganze Woche verteilt und dann will man sich ein Bild eines Menschen machen; das kann überhaupt nicht sein, weil der Mensch ist zu jeder Zeit unterschiedlich. Und da liegt auch die Krux. Und wir sind heute so weit, dass wir ganz bestimmte Versuche nur noch zu ganz bestimmten Zeiten machen. Weil sonst haben die Ergebnisse zu große Differenzen. Hat man teilweise überhaupt gar keine Ergebnisse, d.h., wir machen nicht nur einen randomisierten Doppelblindversuch, sondern diesen innerhalb einer bestimmten Zeit.
Ich kann Ihnen noch so sagen, was wir bearbeiten im Institut. Das sind Schlaganfall, Wachkoma, Alzheimer, Zerebral-Schäden, und unser Hauptgebiet sind Lernprobleme, Konzentrationsstörungen, Blockaden und dann zur Leistungssteigerung, zum Management und zum Sport. Wir müssen das Personal ausbilden, damit sie überhaupt messen können, dass sie ganz neutral sind. In dem Moment, wo von dem Messpersonal ein bestimmtes Gedankenmuster da ist die Messung wertlos. Ich möchte Ihnen hier noch etwas zeigen, was mir für diese Tagung sehr wichtig ist: Wir schaffen uns unsere eigene Wirklichkeit. Mir wäre es auch sehr wichtig, dass Sie das mitnehmen, denn wie Sie den Tag gestalten, hängt von Ihnen ab. Und vor allen Dingen, wenn Sie in einer Führungposition sind, bestimmen Sie, ob es bei Ihren Leuten nachher regnet oder ob die Sonne scheint.
Dankeschön.

Fragen an Dr. Haffelder

Im Zusammenhang mit unserer Tagung stellt sich die Frage, ob Sie auch schon mit Künstlern gearbeitet haben, ob Sie die Wirkung von abstrakter Kunst, Tanz oder in Sie Erfahrungen haben?
Dr. Haffelder: Wir haben sehr viel mit Künstlern gearbeitet, allerdings noch nicht mit bildenden Künstlern. Wir haben hauptsächlich mit Musikern und Tänzern gearbeitet. Da hat sich ein ganz entscheidendes Phänomen gezeigt, dass wenn ein Musiker Angst hat, dann können wir rechtshemisphärisch beim Zuschauer Angst messen, linkshemisphärisch nicht. D.h., das überträgt sich, aber das haben wie ja selber mit dem Bild gemerkt, Sie spüren etwas, Sie können es aber nicht identifizieren. Und so kommt z.B. die Angst des Musikers rüber zum Zuschauer, er spürt, irgendwas stimmt nicht, aber er kann es nicht identifizieren. Oder wir haben auch mit Tänzern gearbeitet, und da hat sich auch etwas sehr Interessantes ergeben, dass klassische Musik heute viel zu schnell gespielt wird. Denn wenn sie heute ein Menuett nach einer alten Choreographie tanzen lassen, dann bekommen sie einen Hampelmann, der auf der Bühne tanzt. Sie müssen es teilweise sehr verlangsamen. Und wir haben hier Untersuchungen gemacht, wie wirkt das Gehirn auf klassische Musik. Und haben festgestellt, wenn die klassische Musik langsam gespielt wird, dass der Androgen-Pegel, den man nur indirekt messen kann, enorm ansteigt. Dann haben wir weiter Versuche gemacht, haben 6-8 Probanden angeschlossen ans EEG und haben die Musiker langsamer spielen lassen und haben festgestellt, dass es Stellen gibt, bei Mozart oder anderen Klassikern, wo plötzlich das Lernverhalten immens ansteigt. Und das haben wir als Grundlage genommen als Therapiemittel. Wir haben Erfolge von 80, 90%. Das hat sich hier sehr bewährt. Vor allem bei Zerebral-Geschädigten, denen teilweise ganze Teile des Gehrins entfernt wurden, die von der Prognose nie mehr einen Arm bewegen könnten, können heute aufgrund von solchen Lern-CDs wieder anfangen, den Arm zu bewegen. Ich habe mich vorher mit jemandem unterhalten, dass ein Künstler verschiedene blaue Flächen gemalt hat, er hat diese unterschiedliche Thematiken zugeordnet. Da vermute ich, dass er diese Thematiken informiert hat und wir diese Information wieder messen können. D.h., wenn ich hier nur Flächen nehme, die nicht informiert sind, würden wir hier wahrscheinlich nichts messen. Vermute ich einfach von dem, was wir seither messen konnten. Das zum Künstler.

Machen Sie das, was Sie gerade sagten, auch in Hinblick auf Multiple-Sklerose?
Ja. Da sind wir aber wie gesagt erst am Anfang.

D.h., Sie gehen davon aus, dass Sie durch Gedanken und Gefühle auch, also Objekte, außerhalb seiner selbst …
Menschen, Lebende …
Nein, nein, Gegenstände …
Das auch, ja.
… mit Information aufladen kann auf eine Weise, dass ein anderer
Mensch das wieder empfinden kann.

Ja. Durch was es geschieht, kann ich Ihnen nicht sagen, ich kann nur das Resultat messen.
Und der Abstand?
Der ist letzten Endes unerheblich, ja.
Prof. Popp: Es müsste doch möglich sein, durch Rücktransformation, raum-zeitliche Ereignisse daraus abzuleiten?
Richtig, das machen wir bei Zerebral-Geschädigten.
Und was kommt dabei raus?
Dass sie z.B. ganz neue Strukturen aufbauen. Die lagern Teile des Gehirns um, sie haben z.B. diesen Teil des Gehirns im Zentralhirn, wo die Bewegungsmuster abgelegt sind, wenn die nicht mehr vorhanden sind, dann bringen wir Bewegungsmuster von Spitzensportlern mit auf. Und die lernen diese Muster mit dem Physiotherapeuten ein.Sie kennen sicher das Modell von Pribram, der behauptete, das Ganze sei holographisch strukturiert. Lässt sich das aus diesen Mustern irgendwie belegen?
Also wir vermuten es, dass es schon eine holographische Komponente hat. Das hab ich jetzt hier gar nicht angesprochen, weil es wäre zu weit gegangen. Natürlich ist sowas ein einfaches Modell, wir sind heute schon sehr viel weiter. Wir können inzwischen schon die Phaseninformation dekodieren. Es ist z.B. so, wir haben bei diesem Test eine Fragestellung:
Stell dir einen Platz vor, wo du dich besonders wohl fühlst. Und aufgrund der Ableitung können wir zu 60% sagen, er befindet sich im Wald, denkt an Wald, denkt an Bett, Wasser usw., solche Dinge sind möglich. Allerdings haben wir das schon sehr oft gemacht. Aber da ist die Phaseninformation sehr wichtig. Und die haben wir ja wie gesagt von Prof. Petzold, der schon sehr lange daran arbeitet.
Also, ich halte in der Beziehung von Esoterik überhaupt nichts, sondern ich lebe von dem, was ich messen kann. Und wenn ich messen kann, dass ich eine Information übertrage, dann ist es für mich möglich. Und so sehe ich es eben auch mit Kranken, oder mit Kindern, die Lernstörungen haben. Das gibt ganz bestimmte Muster, die wir ausgleichen können, die übertragen wir in die Musik, das ist eine rein mechanische Sache.

Das Gehirnwellenmuster ?
Da muss allerdings, das ist sehr wichtig, Ihr eigenes Gehirnmuster mit drauf. Dann erkennt das Gehirn es als sein eigenes. Wenn das fehlt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass es gut ankommt, bei 20%.
Sie arbeiten aber schon damit, dass Sie diese Muster akustisch vertonen?
Ja, natürlich. Die können wir uns anhören, brauchen wir aber nicht, die sehen wir in der Darstellung.
Sie sagten vorhin, dass das keinen wesentlichen Unterschied macht, wie weit diese Reizquelle und der Proband voneinander entfernt sind. Ist es dann möglich, dass man eine Situation simuliert anhand eines Films und dann von einer Zuschauergruppe die Hirnströme messen läßt?
Das wäre möglich, ja, das haben wir auch schon gemacht. Wir haben schon Personen, die bei uns im Institut getestet wurden, bei denen wir feststellen, die können von einem Raum zum anderen was übertragen. Das da haben wir schon in Thessaloniki und Stuttgart und inzwischen auch mal Kobe, also Japan, Stuttgart gemacht.
Kann man das nachlesen?
Noch nicht, das muss ich noch ausarbeiten.

Ich hätte gerne gewusst, ob es für den Zustand der Ekstase irgendeine Entsprechung in der Gehirnmessung, ob man das irgendwie ableiten kann. Sie haben so ähnliche Sachen ja schon gezeigt, aber der Begriff der Ekstase, der ja ziemlich unscharf ist.
Es gibt verschiedene Phasen in der Ekstase. Wir haben unterschiedliche Auslenkungen, sehr hohe Auslenkungen, bei manchen Dingen auch ein totales Leersein.

Darf ich noch eine zweite Frage stellen, ich habe nämlich das Mikrofon hier in der Hand. Lichtenberg, der Göttinger, hat vor inzwischen 250 Jahren oder 200 Jahren gesagt, ungefähr: Vor jedem Gedanken ist ein Gefühl und der Verstand ist nur dazu da, dieses zu ratifizieren. Kann man das jetzt irgendwie wissenschaftlich belegen?
Da müssten wir noch ein bisschen tiefer gehen, in unser Gehirn eintauchen. Und zwar haben wir einen Automatismus im Gehirn, der alle 3 Sekunden unser Weltbild wieder aufbaut. Alle 3 Sekunden wird unsere Welt neu generiert. Durch was ist das entstanden? Geschichtlich sieht es so aus, dass wir natürlich überleben mussten, und alle Negativ-Ergebnisse wurden erst mal stammhirnmäßig abgespeichert. Im Stammhirn liegen diese Grundgefühle wie Flucht, Angriff, Ausflippen oder Totstellen. Das sind so diese 4 Hauptmuster des Stammhirns und alles, was ich innerhalb von 3 Sekunden wahrnehme, wird da hinterfragt. Das ist ein Loop. Wenn jetzt hier z.B. jemand zur Tür reinkommt und ›aahhh‹ schreit, dann speichere ich den als gefährlich ab. Der kann mir noch so sympathisch sein oder alles mögliche tun. Und wenn er nach 10 Jahren irgendeinen Blödsinn macht, dann sag ich, ich habs doch gewusst. Das sind einfach solche stammhirnmäßigen Ablagerungen. Und wir müssen das natürlich lernen zu überwinden, weil das ist die Mechanik, die in uns angelegt ist.

Geht es auch bis ins Intellektuelle rein?
Ja, es geht bis ins Intellektuelle. Weil was heißt intellektuell? Das haben wir ja sozial aus unserer Gesellschaft übernommen, und wir müssen es selber immer wieder bewerten. Aber gleichzeitig im Kontext mit der rechten Hemisphäre, die quasi unsere Gefühle darstellen. Und das ist ja auch die Schwierigkeit, dass es sehr schwer ist für jemanden, der intellektuell ist, der intellektuell erzogen wurde, z.B. diese Bereiche erstmal anzunehmen. Oder überhaupt intellektuell zu verarbeiten, weil er immer in seiner Logik bleibt, anstatt mal die andere Seite auch kommen zu lassen und das Miteinander zu verbinden. Das ist die Riesen-Schwierigkeit.


Software-Darstellung einer EEG-Messung


Über diesen Beitrag