Zusammenhänge


Unsere Kultur geht davon aus, dass es eine geistlose beobachtbare Wirklichkeit gibt, z.B. Materie, — und eine große Anzahl von ­kreativen Interpretationsmöglichkei­ten dieser Materie, aber keine Interaktion mit den »Atomen«. Quantisch betrachtet sieht es anders aus: Es gibt EINE Wirklichkeit (!), das quantische Prinzip, das z. B. ein Möglichkeitsfeld von Realitäten an­bie­tet, nicht als ›richtige‹ oder ›falsche‹ (diffe­­­­rie­­rende) Interpre­ta­tion. Das Angebot ist individuell. Ein riesiges Potential aus dem du schöpfen kannst. Erst einmal ist alles richtig. Und dein Bewusstsein, dein Geist, deine Gedanken wirken in die Selbstorganisation, — und können auch gezielt eingesetzt werden. D.h. zum einem, dass die »Atome«, diese Muster aus Energie und Information, sehr aktiv unseren Horizont weben und zum anderen haben wir als bewusste Wesen die faszinierende Fähigkeit zu senden, quasi Richtfunk in die Selbstorganisation. Es ist eine inter­­aktiv oszillierende Geschichte mit der Materie. Weiterhin scheinen die ­Phänomene der Wirklichkeit irgendwie beseelt zu sein. All dies kann man sagen, obwohl die Phänomene nicht im klassischen Sinne ­beobachtbar sind, sondern ein Hintergrundmuster, ein Prinzip ­darstellen.

Quanten
sind als Licht zentrales Element der Kulturen, Religiosität und Spiritualität quer durch die Geschichte der Menschheit. Auch unser Körper und unsere Vererbung basieren in ihrer Zuverlässigkeit auf quantenmechanischen Vorgängen.
Nervenzellen senden|emittieren Biophotonen. Biophotonen sind notwendig, um den synaptischen Spalt zwischen Nervenzellen in der Geschwindigkeit und Exaktheit zu überwinden.
Unser Körper steht daher permanent in einem körpergenerierten Energiefeld, das nach außen reicht. Auf Quanten­ebene sind wir somit wortwörtlich außen. Unser Körper hat eine lebensnotwendige ­quantische Ebene, worüber er nicht nur in Verbindung mit seiner unmittelbaren Umwelt steht und wirkt, sondern auf Quantenebene in Verbindung mit allem Leben und aller Materie. Materie ist ein ­oszillierendes Wahrscheinlichkeitsfeld und im ›swing‹ mit ­Anti­­materie. Nichts hat nur bestimmte Eigenschaften, sondern immer auch Möglichkeiten.

Licht ist ein hervorragender Informationsspeicher. Die DNS wird auch als eine pulsierende Lichtpumpe beschrieben. Zudem stehen diese Erkenntnisse auffällig im Einklang mit spirituellen ­Erfahrungen. Stichwort ›Erleuchtung‹.
Newton schreibt in seiner ›Optik‹, dass es zwei Arten von Licht gebe, das ›phänomenale‹, also physikalische Licht, und das ›numenale oder potentielle‹ Licht, das vor allem in lebenden Organismen vorkomme und Träger des Geistes sei (numen = unfassbare göttliche Wirkmächtigkeit).Die nur ganzheitlich zu erfas­sen­de Wirklichkeit der Quanten, deren Prinzipien in allen höheren Ordnungen wirken, haben auf jeden Fall so außerordentliche Eigenschaften, dass sie Evolution in einer anderen Dynamik ermöglicht.

»Die Elementarteilchen der Materie besitzen erste Anklänge ei­ner Willenskraft, Selbstaktivität oder eines ›Geistes‹; auf diesen Wesens­zug könnten die grundlegenden Eigenschaften der Quanten­mechanik zurückzuführen sein.« Andrew A. Cochran
Die aktuelle Frage ist, wie dies heute gesellschaftlich kultiviert ­werden kann und nicht weiterhin nur eine persönliche Einzel­erfahrung im Bereich der Privatsphäre|Subkultur bleibt, sondern handlungsleitendes Element in Entscheidungen wird.

Darwins Evolutionslehre wurde zeitgleich von A.R. Wallace ent­wickelt, als wäre die Zeit nun reif. Einfälle sind offensichtlich häufig ein ›Ein-Fall‹ aus dem Unbewussten und wurden von Forschern häufig auch als solche beschrieben.
Die häufig parallel gemachten Entdeckungen|Erfindungen legen zudem nahe, dass sich das Vorbewusste auch aus einer kollektiven Größe speist. Die Archetypen haben zudem einen ›­psychoiden‹ Aspekt, d.h., er formt sich nicht nur seelisch, sondern auch materiell|körperlich aus. Ein unbewusstes Zusteuern auf zeit­gleiche Zufälle, die einen für das Individuum bedeutenden Vorgang auslösen, der eventuell bewusst nicht gewollt ist.

Die Verbindung von Quantenphysik und Jungs Psychoanalyse findet sich nicht nur im Begriff der Synchronizität, sondern besonders in der Komplementarität von Bohr bzw. Jung. Bohr griff dabei auf den Welle|Teilchen-Dualismus von Licht zurück. Jung erschien unsere Innensicht ebenso komplementär. Er erkannte, dass zwischen dem Bewussten und Unbewussten ein komplementäres Verhältnis besteht:
Inhalte, die aus dem Unbewussten ins Bewusste dringen, werden beim Übergang durch das Bewusste verändert, und infolge verändern sie auch das Bewusste. Durch das Bewusste wird uns die reine Sicht des Unbewussten verstellt. So wie bei Materie letztlich nicht ­erklärbar ist, wieso die Phänomene der Quanten so sind, wie sie sind.
Materie und Unbewusstes weisen aus quantischer Sicht sehr ähnliche Ordnungen auf. Die Physik betrachtet die ›primären Wahrscheinlichkeiten‹ der Materie, wie Jungs Psychoanalyse die ›Tendenzen‹, die sich aus den Archetypen ableiten. Jung sah hinter dem persönlichen Unbewussten das kollektive Unbewusste, dessen Kern seine ­dynamischen Archetypen bilden.

»Das Spiel der Archetypen und seine Symbolformationen im Un­bewussten folgen offensichtlich einem ganzheitlichen Muster.« (Jung, Symbole, 304)

Das kollektive Unbewusste hat somit maßgeblich Einfluss auf den Einzelnen: über seine Emotionen, moralischen und geistigen Anschauungen und sozialen Beziehungen. William James vergleicht das Unbewusste mit dem Begriff des Feldes aus der Physik. Teilchen, die in ein elek­tromagnetisches Feld geraten, werden in bestimmter Art angeord­net; ähnlich, wie Vorstellungen im Unbewussten autonom ange­ordnet werden. Viele Dinge, die unser Bewusstsein als einleuch­­tend be­zeichnet, sind dies nur, weil sie mit den entsprechend vor­be­wusst angeordneten Inhalten überein­stimmen. Unsere be­wussten Vorstellungen sind folglich häufig schon fixiert, bevor sie uns bewusst werden (Jung, Symbole, 308).
Dies relativiert die Bedeutung des Bewusstsein, da dieses viele Gedanken lediglich nachvollzieht. Diese Vorstellung von Bewusstsein erscheint ebenso paradox wie der Begriff von Mate­rie. Es werden Dinge lediglich nachvollzogen, die schon unbewusst gedacht und entschieden sind. Selbst die Neurobiologie bestätigt inzwischen die Macht des Unbewussten.


Über diesen Beitrag