Spiritualität




für Logiker:
»Das Universum scheint die Erfüllung von etwas so hoch Imaginativem und so Überwältigendem zu sein, dass es in die Existenz geträumt worden sein muss.« Thomas Berry
Der Nobelpreisträger Roger Penrose hat aufgezeigt, dass theoretisch 10.123 andere Universen bei seiner Entstehung heraus hätten kommen können, die allesamt nicht zu diesem relativ stabilen und harmonischen Universum geführt hätten, welches Leben ermöglicht. Es ist nämlich eine ganz bestimmte Konstellation und Kombination von Elementen dafür notwendig. Wenn also dieses Universum nicht der x-tausendste Versuch bzw. einfach ein unglaublicher Zufall war, dann zwingt uns schon die Logik zu dem Schluss, dass unser Universum ein gezielter Entwurf war. Ein detailhafter Entwurf wäre jedoch unendlich kompliziert. In den indischen Veden gilt die Vorstellung eines allwissenden und allmächtigen Gottes zudem als Gipfel der Unwissenheit.
Ich stelle mir daher vor, dass lediglich die ›göttlichen‹ Prinzipien im Universum festgeschrieben wurden, in Form der Phänomene, die sich in einem Informationsfeld über das ganze Universum verwirklichen — das erste Quantenbit, die Ure (Ausdruck von C.F. von Weizsäcker). Ab diesem Moment ist es daher kein Wunder mehr, dass immer die Möglichkeit eintritt, die funktioniert — und dann ist auch die Entwicklung von den Elementarteilchen bis zum Leben kein blind suchender Zufall. Schon die Stabilität jedes Atoms und jeder Zelle ist entgegen jeder Wahrscheinlichkeit und legt permanent Zeugnis davon ab, ist stiller Beweis dessen.
Alles läuft zwar — oberflächlich gesehen chaotisch ab, aber immer so, dass es mit dem geringsten Aufwand funktioniert — und zwar unter Kenntnis seiner höheren Funktion, unter Kenntnis des Zusammenhangs in dem das Atom bzw. die Zelle steht. Dieses Grundprinzip findet man ebenso in allen größeren Ordnungen.
Kann es Zufall sein, dass sich die universellen Phänomene recht gut mit dem Begriff »absolute Liebe« zusammenfassen lassen, — und kulturübergreifend als Ausdruck des ›Göttlichen‹ verstanden werden? (siehe ZUSAMMENTREFFEN VI) Mir scheint es, dass sich in dieser Zeit ein seit Jahrtausenden andauernder kultureller Zyklus schließt (siehe Kultur). Wer wäre bei diesem Zusammentreffen nicht gern dabei?
Doch lieber Logiker, der ich auch bin, ohne die Erfahrung der Phänomene, gerne auch Offenbarung genannt, stehen sie ihrer Evolution im Wege. Alle Texte hier dienen lediglich als geistige Grundlage, um zur Erfahrung zu führen, einen rationalen Glauben zu entwickeln.
Seit Goedels berühmtem Theorem aus dem Jahre 1931 gilt es als ausgemachte Sache, dass die Logik, der Verstand Grenzen hat und andere Formen der Erkenntnis vonnöten sind. Goedel bewies dies mathematisch als Antwort auf Hilberts irrige These aus dem Jahre 1900, dass wenn 23 bestimmte mathematische Probleme gelöst seien, wir die Weisheit in den Händen hielten. Jede Logik kann jedoch nur Teil der Wahrheit sein. Wenn dies selbst ein Nobelpreisträger der Mathematik beweisen kann, wie könnte man noch als Logiker zweifeln?/>
»Durch das Erkennen nehme ich Gott in mich hinein; durch die Liebe hingegen gehe ich in Gott ein.«
Meister Eckhart
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- Veröffentlicht:
- 11:44 AM / 11:44 AM
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