Rituale

Die Basis jeder Spiritualität sind Rituale, und so werden Rituale zum Ausgangspunkt jeder Entwicklung von Kultur. Zudem nehmen einige Kulturwissenschaftler an, dass es die Riten waren, die die Menschen dazu veranlassten, größere Dörfer und schließlich Städte entstehen zu lassen. Der ›Tanz um das Goldene Kalb‹ z.B., die Kultstätten ­werden zu den Ballungszentren der frühen Geschichte der ­Menschheit.
Es ist davon auszugehen, dass die frühen Rituale immer im Zu­sammenhang mit Sound standen, sei es die Rassel der ­schama­nischen Traditionen oder die asiatischen Mantren. Die ­Keimsilben, z.B. ›Ah‹ tauchen in allen Traditionen auf, auch im christlichen »Amen«. Die europäischen Traditionslinien der Rituale wurden leider mit Feuereifer durch die christliche Kirche verfolgt und ausge­merzt. Die Kraft von Ritualen war der Kirche wohl bekannt und gefürch­tet — gezähmt ritualisiert im eigenen christlichen Kontext.
Im Rahmen des Seminars wurden verschiedene Rituale durch­geführt, wobei wir die Gehirnaktivitäten aufzeichneten, um den Einfluss der Rituale festzuhalten. Die Personen gerieten in einen Zustand hoher Aktivierung des Gehirns, obwohl eine unbewegte Körperhaltung eingenommen wurde. Auffällig dabei: Die ruhig stehende rituelle Körperhaltung löste innerhalb von Sekunden ein gerichtetes Feuerwerk hoher Aktivität aus. Superwach, extrem aufmerksam bezüglich innerer Prozesse. Zuvor wurde sich mit zwei Rasseln heftig bewegt, was lediglich ein entspanntes EEG mittlerer Amplitude erzeugte.
Die Wiederbelebung alter Rituale als auch der Ent­wurf neuer Rituale sollte wieder in den Blickpunkt unserer heuti­gen ›Kultur‹ geraten.
Wir danken hierbei besonders Nana Nauwald, die uns in den ­Schamanismus einführte und verschiedene rituelle Körper­hal­tungen nach Dr. Felicitas Goodmann durchführte, um uns einen Einblick in die ekstatische Trance zu gewähren (siehe ZUSAMMENTREFFEN IV)


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