Information

Auflösung des dualistischen Ausgangspunktes:
Möglichkeiten contra Realität

Der Widerspruch von quantischen Möglichkeiten und den beobachtbaren Realitäten ist keiner bzw. der Widerspruch existiert nur in unserem klassischen Bild von der Welt. Beide benötigen sich jede Millisekunde. Sie sind Teil eines permanenten milliardenfachen Wechsel­spiels, eines fundamentalen und überge­ordneten Prozesses, der die unglaublich komplexe, wahrlich ganz­heitliche Fein-Koordination leistet, den ›Wirbel der Elementarteilchen‹ in Materie und später in Leben und Bewusstsein. Selbst im Wasserstoffatom müssen in jeder Sekunde tausende ›richtige Entscheidungen‹ getroffen werden, damit es seine Form erhält und nicht zu etwas anderem wird. Die Existenz dieser Feinkoordination ist nichts Neues, schon Wolfgang Pauli war diesem Phänomen auf der Spur.
Neu hingegen ist die elegante naturwissenschaftliche Auflösung des scheinbaren Widerspruchs durch die Einführung eines allgemeinen Informationsbegriffes. Alles ist Information, nichts ist ohne Information. Es besteht eine Äquivalenz von Information und Materie, — ein verlockendes Gedankenspiel und mehr als das. Prof. ­Thomas Görnitz führt im Anhang seines Buches [1] den mathematischen Beweis, aufbauend auf der Quantentheorie. Der von Carl Friedrich von ­Weizsäcker schon in den 40er Jahren gegebene Hinweis in Form eines Gedankenspiels, mehr als das, eine fundamentale physikalische Ableitung aus der Quantentheorie, den er im Begriff ›Das Ur‹ (auch Ure), Quanten-Bit (Q-Bit) oder so Görnitz als ›ein ausgedehntes ­Di-Photon über den gesam­ten Kosmos‹ beschreibt.

Äquivalenzen und Gedankenspiele waren auch die Relativitäts­- und Quantentheorie — und sind heute Grundlage der wissenschaft­­­lichen Arbeit und vieler technischer Anwendungen. In diesem Informations­begriff steckt eine Revolution und die gesuchte Brücke in die ­Geisteswissenschaft.
Das heißt nicht, dass Information und Materie das Gleiche wäre, denn nachdem aus den Möglichkeiten durch eine Entscheidung (z.B. ein Messprozess oder die Partnerwahl) eine Realität wurde, haben wir und unsere Erben diese Realität auch zu ›verdauen‹. In Bezug auf unbelebte Materie bedeutet dies, dass Materie nur im Wechselspiel mit Information real und berührbar ist. Materie ist nicht, auch Materie wird permanent. Das ausgedehnte Di-Photon, das universell ist, beschreibt Görnitz als ›kosmische Information‹, die überhaupt die Raumstruktur schafft, die Voraussetzung von Raum liefert. Ein ausgedehntes Di-Photon (Quantenbit) über das gesamte Universum. Dieses Photon, das sog. Ur, liefert die Grundlage, eine Struktur, die das Universum verbindet, in dem dann Materie entstehen kann. Es setzt sich gegenseitig voraus und ist in einem permanenten Prozess verbunden. Diese Ein-­Bit-Grund­­­­­stimmung des Kosmos ist das verbindende Element und reicht aus, um jeden Prozess zu koordinieren. Diese homöopathische Dosis an Information genügt und wird permanent von aller Materie und Leben benötigt. Alles muss im Zusammenhang stehen.
Naheliegend hier weitergehende Erklärungsansätze für ­Homö­o­pathie, Placebo-Forschung, Psychosomatik, Psycho­analyse, Intuition, sechster Sinn, PSI etc. zu vermuten.

In Bezug auf unser Bewusstsein gibt es keine reine Information, immer nur die Zuschreibung von Bedeutung. Das Wesen der Dinge an sich zu erkennen, ist uns unmöglich, so schon Buddha. Was hinter den Phänomenen der Wirklichkeit steckt, bleibt verborgen. Jede kosmische Information erhält eine Bedeu­tungszuweisung, quasi eine Prägung durch unser (Un-­)Bewusstsein, welches anlehnend an den äußeren Kosmos eine eigene Raumstruktur aufbaut, die das Nervensystem (Kosmos) um­fasst und Geist (Materie) ermöglicht.
Der Kreis schließt sich, wenn man bedenkt, dass der Informations­ansatz einem ja ans Herz legt, dass ›Gedanken so real wie Atome‹ sind: Gedanken materialisieren sich tatsächlich, in uns, — und durch die Zuschreibung von Bedeutung in allen äußeren Erscheinungen.

[1] Der kreative Kosmos — Geist und Materie aus Information Brigitte & Thomas Görnitz, Spectum, Heidelberg,2002


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