Energie

Es scheint, als müsse der menschliche Geist zuerst unabhängige Formen konstruieren, bevor wir diese in den Dingen finden.«
Albert Einstein

Die Motivation zur Auseinandersetzung mit den Phänomenen schöpft sich aus der ausstehenden kulturellen Umsetzung, die meines Erachtens das Meta-Programm des 21. Jahrhunderts darstellt. Als konkrete Punkt der Auseinandersetzung dient hierfür das Bewusstsein bzw. die Frage inwieweit die Phänomene auch im Bewusstsein wirken.
Trotz des universellen Charakters der Phänomene wird hier kein monotheoretischer Ansatz vertreten, — genauer gesagt wird dies durch die Phänomene verunmöglicht. Auch wird kein rein naturwissenschaftliches Weltbild entworfen, da die Phänomene eine faszinierende Schnittstelle bieten für Wissenschaft, Kunst und Philosophie. Zudem bleibt widerspruchsfrei Raum für Transzendenz, Spiritualität, Glauben, — der integraler Bestandteil ist im quantischen Weltbild. Denn etwas bleibt jeder rationalen Erkenntnis entzogen: Das Phänomen hinter den Phänomenen. Die Frage warum die Phänomene so sind wie sie sind. Die Phänomene sind die höchste Erfahrung — sie sind die Grenze, die man nicht überschreiten kann. Die persönliche Realität kann sich der Wirklichkeit annähern, aber nie identisch sein.

»Doch Geheimnis und Offenbarung entstehen aus den gleichen Quellen. Diese Quelle heißt Dunkelheit … Dunkelheit in Dunkelheit, das Tor zu allem Verständnis.«
Laotse

Zum Verständnis: das Universum ist dunkel, da Licht selbst absolut unsichtbar ist. Wir sehen nur Objekte, nur Gegenstände.
Arthur Zajonk hat dafür das Ausstellungsstück ›Heureka‹ entworfen, einen Kasten voller gebündelten, reinen Lichts, das aber die Wände nicht erreicht.
Was sieht man? Nur absolute Dunkelheit im Kasten voller Licht.
Ein verändertes Verständnis vom Nichts wäre hilfreich. Das Quantenvakuum verdeutlicht dieses Prinzip. Selbst die absolute Leere im Vakuum — keine Materie, kein Licht, keine Wärme — enthält die ­sogenannte Nullpunktenergie, die unendlich (!) groß ist. Carl ­Friedrich von Weizsäcker, David Bohm und Thomas Görnitz ­sprechen von Information, die die Matrix für Raum, Zeit, Materie und Energie bildet. Nichts ist also eine unendlich potentielle Information, die jenseits von Raum und Zeit operiert, da sie sich über den ganzen Raum ausbreitet und Eins ist.
Für dieses Phänomen hinter den Phänomenen gibt es viele Begriffe: ›Quantenbit‹, ›implizite Ordnung‹, ›Kosmische Information‹ z.B. aus der Wissenschaft. Die Geschichte der Menschheit hat dafür kulturell verschiedenste Ausdrücke gefunden. Es wäre leicht, diese Erkenntnis in den Weisheitstraditionen, den Reli­gi­onen, der Philo­sophie und der Spiritualität der Welt wieder zu fin­den. Ein Grund­konsens von intersubjektiver Verbindlichkeit. Dies ist der Ausgangspunkt des ­quantischen Weltbildes.

Also gerade nicht »Alles ist relativ!« oder »Alles ist unbestimmt!«, sondern die Phänomene sind exakt so wie sie sind.

Das Projekt der letzten zwei Jahre war in hohem Maße durch Selbstorganisation und Synchronizität geprägt und wurde getragen durch Intuition. Ein rationaler Glaube|intuitives Wissen über Weg und Form ist in der Forschung üblicher, als man denkt. Das Projekt ist nach außen eine Kette von öffentlichen ZUSAMMENTREFFEN, doch ist es vielmehr eine Kette von wunderbaren Synchronizitäten (»unglaubliche Glücksfälle«) in Form von persönlichen Begegnungen, die das Projekt immer getragen haben. Eine Reihe von persönlichen Wundern, die schon ein wenig dankbar machen. Die quantische Naturwissenschaft hat die verpönte Eigenschaft, den Glauben erwachen zu lassen und zu verfeinern. Viele Quantenphysiker sind gläubig geworden. Ich bin immer noch, auch nach 20 Jahren, von der impliziten Ordnung tief erschüttert. Ein Glauben, der auf Phänomenen gründet, ist un­geeignet zur Instrumentalisierung, kann weder blinder Glauben sein noch eine wachsweiche Esoterik. Wenn man sich der Wirklichkeit zuwendet, ist es nur logisch, dass man gut informiert ist und einen Leitstern gewinnt. Doch damit nicht genug, nun wird es noch ­verpön­ter: Liebe!
Wie ich vor einer UN-NGO ausführte, können einem die Phänomene und deren Erfahrung den Weg zur ›Erweckung des inneren Geliebten‹ und somit zum Anderen, zur Liebe ebnen. Zudem könnte man die Phänomene wohl am besten mit dem Begriff »Liebe« zusammenfassen (siehe ZUSAMMENTREFFEN VI).
Eine der spannendsten Erkenntnisse war für mich der Zusammenhang von Geist und Körper, also Nervensystem und Bewegung. Die Entwicklung des Gehirns hängt beim Baby unmittelbar mit der Differenziertheit seiner Bewegungen zusammen, und auch die Sprachfähigkeit geht aus der Zeichen­sprache hervor. Ein Baby wird seine gezielten Lautäußerungen immer im Zusammenhang mit Bewegung vollziehen und entwickeln.

Die geistige Beweglichkeit, die für ein Umdenken zur quantischen Kultur so bedeutend ist, geht am besten einher mit Entwicklung von Bewegungs-Qualität. Die Auflösung unserer Körperferne und Ge­trenntheit, ist die wah­re Bedeutung von Körperarbeit wie ­Feldenkrais, — und spielt somit eine zentrale Rolle im quantischen Orchester. Das Ziel aller Bemühungen um eine Evolution des Geistes kann nur die persönliche Erfahrung sein, nämlich mehr wahr-zu-­nehmen.


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